Salzstreuer Bonn mit Dirk Busse

Bestatten – Einst und Heute

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Ein Interview mit Dirk Busse im Bürgerradio auf Radio Bonn-Rhein/Sieg

Auch die Bestattungskultur hierzulande unterliegt einem Wandel und langsam aber stetig bewegen wir uns weg von den traditionellen Gräbern auf den örtlichen Friedhöfen zu ganz unterschiedlichen Optionen, seine Angehörigen zur letzten Ruhe zu betten. In unserem Kulturkreis auch heute immer noch eher ein Tabuthema, assoziiert mit Leid, Schmerz und Trauer, hat das Bestatten doch eine ebenso lange Tradition wie das Heiraten und im Laufe eines Lebens setzen sich wohl die meisten Menschen mit dem Wie? und Wo? auseinander.

Am kommenden Dienstagabend gibt es hierzu beim „Salzstreuer“ eine interessante Sendung mit dem Titel „Bestatten – Einst und Heute“ im Bürgerradio auf Radio Bonn-Rhein/Sieg. Ulrich Werner, Bürgerfunker der ersten Stunde und Gründer des „Salzstreuer-Teams“, hat zu diesem komplexen und sicherlich auch emotionalen Thema den Vorsitzenden der Bestatter im Landesverband Nordrhein-Westfalen für den Rhein-Sieg-Kreis, Dirk Busse, als Ansprechpartner zu Gast.

In Siegburg geboren und aufgewachsen kam der 50-jährige schon früh mit dem Bestatten in Berührung, gründete doch sein Urgroßvater Peter Kümpel 1903 das erste Bestattungsunternehmen in Siegburg, das auch heute noch familiengeführt ist. Auch wenn Bestatten in der Familie Busse-Kümpel eine langjährige Tradition erfährt, zog es Dirk Busse als jüngstes von vier Kindern nach dem Abitur zunächst in die Ferne. Als Offizier bei der Luftwaffe der Bundeswehr studierte er in München und Washington D.C. Wirtschafts- und Organisationswissenschaften sowie Internationales und Interkulturelles Management. Das elterliche Unternehmen in Siegburg übernahm derweil sein älterer Bruder William Busse. Nach dem Ende seiner Dienstzeit 2001 ließ sich Dirk Busse in Hennef, dort, wo er zumeist seine Jugend verbracht hatte, nieder und gründete hier das Bestattungshaus Busse-Kümpel. Neben Besonderheiten wie der privaten Trauerhalle, in der Angehörige ohne Einschränkungen in schöner Atmosphäre Zeit haben, Abschied zu nehmen, liegt dem Wahlhennefer vor allem auch die qualifizierte Ausbildung des Nachwuchses zur Bestattungsfachkraft am Herzen. Mit Leidenschaft erzählt Busse von den vielfältigen Aufgaben seines Berufes, den immer neuen Herausforderungen, die jede Bestattung mit sich bringt – denn individuell sind sie alle, ebenso wie die Sorgen und die Trauer der Angehörigen ganz verschieden sind.

Verschieden heutzutage auch die Art und Weise der Bestattungen; denn auch wenn die Bestattungskultur ein Fortführen alter Traditionen ist und ein Wandel sich hier nur sehr langsam vollzieht, so ist doch seit einigen Jahren eine Entwicklung hin zu eher pflegefreien, kostengünstigeren Möglichkeiten der Bestattung zu verzeichnen. Nicht zuletzt ein Trend, der sicherlich auch im Zusammenhang mit der allgemeinen Globalisierung steht. Immer mehr Familien sind verstreut in alle Winde, nur wenige leben und arbeiten Zeit ihres Lebens in ihrem Heimatort. Wo also einen Angehörigen bestatten? Im Geburts- oder Wohnort? Und wer kümmert sich um die Grabpflege auf dem Friedhof? Wer ist vor Ort? Wer hat Zeit?

Eine Gesellschaft im Wandel bedeutet letztendlich auch für Art und Möglichkeiten der Bestattung einen Wandel. Ein pflegeintensives Grab auf einem Friedhof, anonym ohne Verpflichtungen, im idyllischen Friedwald, auf hoher See oder im Bestattungsgarten, den viele Gemeinden und Kommunen bereits auf ihren Friedhöfen eingerichtet haben – wie und wo wir unsere Toten heutzutage beisetzen, hängt von den individuellen Wünschen des Verstorbenen, der Infrastruktur der Ruhestätte, aber möglicherweise auch von der Art und Weise der Trauerbewältigung der Hinterbliebenen ab.

Was dazu führt und warum wir heute anders bestatten als vor 10 oder 15 Jahren, erläuterte den Hörern Dirk Busse in der Sendung „Salzstreuer“ am Dienstag, den 17. April 2018 bei Radio Bonn-Rhein/Sieg. In der Sendung des Bürgerradios von 21:03 bis 22 Uhr erfuhren die Hörer mehr über diesen durchaus spannenden Kulturwandel und seine vielen Facetten.

Ein Mitschnitt des Interviews können Sie sich hier anhören: